Gebrauchtpreise für Hifi Geräte ermitteln

Junge am Receiver

Preise für gebrauchte Hifi Geräte ermitteln – ein effektiver Weg

 

Als Beispiel dient uns dazu ein Plattenspieler von DUAL©, der CS 721

 

Das Problem:

  • Szenario 1: Ihr habt, z.B. aus einer Erbschaft oder bei einem Garagenflohmarkt, besagtes Modell sehr günstig (evtl. umsonst) bekommen und wollt es nun *gewinnbringend verkaufen.
  • Szenario 2: Ihr wollt euch dieses Modell kaufen, habt schon Reviews und Testberichte gelesen, wisst jedoch nicht in welcher Höhe ein gefundenes Angebot angemessen wäre.

 

Von 30,- bis 600,- findet man alles im Netz, teilweise sogar noch teurer. Doch wie kommt solch eine Differenz zustande?

Gerade bei Kleinanzeigen Portalen findet man hin und wieder hochwertige Hifi Geräte für einen sehr niedrigen Preis. Erklären lässt sich das nur dadurch, dass diese Verkäufer schlichtweg keine Ahnung von dem haben was sie verkaufen. Diese Preise sollte man für eine Preisfindung also gänzlich außer Acht lassen (kaufen sollte man natürlich – wenn man schnell genug ist)

 

Nehmen wir das andere Extrem:

600,- Euro ist stolzer Preis für einen CS 721. Dieses Angebot ist mit Sicherheit von einem gewerblichen Händler, der den Plattenspieler einer sorgfältigen Revision/Überholung unterzogen hat.

Vergessen darf man hier auch nicht, dass Händler, dem Käufer gegenüber, viele Rechte einräumen müssen (was auch gut so ist), ein kalkulatorisches Risiko besteht und vom Endpreis auch der Staat seinen Teil abhaben will.

Private Verkäufer haben i.d.R. keinerlei Kosten und können somit günstiger verkaufen.

Dass es jedoch immer mehr schwarze Schafe gibt, die als **“Scheinprivate“ auftreten, dem Käufer keinerlei Verbraucherrechte einräumen und am Staat vorbei arbeiten, steht auf einem anderen Blatt.

 

Wir haben in diesem Beispiel also eine Differenz von 570,- Euro. Heftig oder? Einfach die Mitte nehmen?

Könnte man meinen, ganz so trivial ist es jedoch nicht. Also wie denn jetzt?

 

Mögliche Wege

Preise von privaten Verkäufern bei Kleinanzeigen Portalen sind, meiner Meinung nach, nicht aussagekräftig. Ein Großteil dieser Verkäufer orientiert sich an Preisen von gewerblichen Verkäufern und setzt den Preis entweder gleich hoch oder, was häufiger passiert, etwas darunter an. Sowas ist nicht marktgerecht und sollte gemieden werden.

Dann gibt es noch die „ich frage Leute die sich auskennen“ Methode. Man geht also in Foren oder Gruppen in Sozialen Medien und fragt dort nach einem Wert für den, im Beispiel, DUAL© CS 721.

Jetzt tritt ein erstaunliches Phänomen ein: Besitzer dieses Modells werden einen Teufel tun und „ihr“ Gerät einen minderen Preis andichten (was nur verständlich ist). Dort werden dann z.B. Zahlen von 350,- bis 400,- für ein (privat) Exemplar genannt. Genau DIESE Personen würden aber NIE diesen Preis bezahlen, da sie genau wissen, dass man den 721 ohne Probleme günstiger bekommt –  auch nicht wirklich zielführend.

 

Effektivste Lösung

Eine einfache Methode zum Überprüfen des Marktwertes für Laien ist, wer hätte es gedacht, eBay!

Dort in der „erweiterten Suche“ den Punkt „verkaufte Artikel“ anklicken.

eBay erweiterte Suche

Schon sieht man was Käufer wirklich bereit sind auszugeben.

Wir haben also einen mittleren Wert bei einem DUAL© CS 721 von rund 220,- Euro (privat – nicht revidiert)

 

Positive und negative Faktoren

Hinzu kommen natürlich noch Faktoren die den Preis nach oben oder unten korrigieren.

  • Ist der Plattenspieler vollständig? (Unterlagen, Zubehör, etc.)
  • Läuft er einwandfrei oder geht z.B. die Automatik nicht?
  • Wurde er überholt? (privat oder gewerblich) Belege dazu?
  • Ist ein Tonabnehmer montiert? Wenn ja, welcher und in welchem Zustand?
  • Ist die Haube intakt?
  • usw… Ihr wisst was ich meine.

 

Fazit

Ich hoffe, euch hilft dieser Tip weiter. Selbstverständlich gibt es noch andere Möglichkeiten, jedoch hat diese, gerade für Laien (ich spreche bewusst nicht die Kenner der Szene an) die höchste Erfolgschance.

 


 

*wer etwas kauft, mit der Absicht es gewinnbringend zu verkaufen, handelt gewerblich!

**Diese Zeitgenossen erkennt man relativ einfach an dem etwas höheren Mittelpreis, der professionellen Aufmachung der Verkaufsanzeige und dem Bewertungsprofil (viele verkaufte Geräte, die in dieser Anzahl definitiv nicht auf einen vorherigen privaten Gebrauch schließen lassen). Ganz Schlaue verkaufen unter mehreren Profilen – auch diese erkennt man nach einiger Zeit.

Was ich damit sagen will, solltest du auf einen „Scheinprivaten“ treffen, lass dir deine Verbraucherrechte nicht nehmen! Was ist wenn die Ware beschädigt ankommt? Private Verkäufer müssen dafür nicht haften, gewerbliche jedoch schon. Oder wenn das teuer gekaufte Gerät nach 3 Monaten defekt ist? Gegenüber gewerblichen Verkäufern hast du einen Gewährleistungsanspruch!